Die Anfänge des Kanufahrens

Die eindrucksvolle Geschichte, die sich mit dem Pelzhandel im 17. Jahrhundert befasst, ist Gegenstand des Artikels und fasst den Handel im Zusammenhang mit dem Kanu kurz zusammen.

Kanada und die Schifffahrt

“Die beiden Männer standen am Ufer und blickten dem Kanu entgegen. Das

schöne Fahrzeug mit dem hoch geschwungenen Bug näherte sich schnell mit silbern schäumender Welle”, A. E. Johann beschreibt hier in seiner Einleitung zu “Hinter den Bergen das Meer” auf hervorragende Art und Weise die Eleganz und zugleich Effizienz dieses altüberlieferten Fortbewegungsmittels. Wir schreiben das Jahr 1700, als die beiden Städte Quebec und Montreal schon mehr oder minder Straßen aufwiesen, was der steigenden Anzahl an Pferdebesitzern zu verdanken war. Neben diesen Straßen und der damit einhergehenden Möglichkeit des Handels waren die Verbindungen zu den Städten durch Wege eher dürftig. Dementsprechend galt die Flussschifffahrt als eine stets favorisierte Alternative. Hierbei wurde das Kanu als Fortbewegungsmittel auf dem Wasser sehr gern genutzt.

Pelzhandel mit Europa

Der rege Handel zwischen Europäern und Indianern sorgte dafür, dass die Routen und Häfen auf Karten festgehalten wurden. Die jungen Kolonien, die in Kanada entstanden, waren schon bald abhängig von dem regen Warenaustausch mit Europa. Das führte auch dazu, dass Kanus gebaut wurden, die die Personen und Güter transportieren konnten. So wurde meist Birkenrinde für die Kanus verwendet. Die Indianer verstanden ihr Handwerk und es entstanden Birkenrindenkanus, die eine Länge von bis zu sechs Metern erreichten. Selbstverständlich war die Kunst der Kanuherstellung schon weitaus früher eine Fertigkeit der Indianer. Doch erst, als die Europäer das Land besiedelten, wurden davon Aufzeichnungen gemacht.

Für den reibungslosen Ablauf und Handel mit Europa wurden die sogenannten Voyageurs eingestellt. Diese waren meist Franzosen, die nicht als Selbstständige ihre Arbeit verrichteten, sondern als Angestellte. Sie hatten keine einfache Arbeit, denn nicht selten kam es vor, dass sie ihre Ware aus dem Kanu befördern mussten. Grund hierfür waren Hindernisse auf dem Wasserweg. Aus diesem Grund mussten die bis zu 70 Kilogramm schweren Felle über Land getragen werden und das Hindernis mit dem leeren Kanu bezwungen werden. Um als Voyageur arbeiten zu dürfen, musste man vor allen Dingen klein sein. Denn je weniger Gewicht das Kanu erschwerte, desto mehr Waren konnten transportiert werden. Die Strecke von Montreal zum Lake Superior betrug zwölf bis 14 Tage, was zur Folge hatte, dass die Männer gegen das meist harsche Wetter und die körperliche Anstrengung beim Paddeln abgehärtet sein mussten.

Im historischen Museum Kanadas steht eines dieser prachtvollen Kanus. Leider konnte kein Original aus der Zeit mehr gerettet werden, dennoch ist diese Reproduktion einfach bemerkenswert. Dieses aus Birkenrinde erbaute Kanu, war mit einer Länge von zehn Metern in der Lage, vier Tonnen an Gütern zu transportieren und zwölf Männer beziehungsweise Reisende mitzunehmen. Manchmal wurden diese Fahrten nicht nur für den Transport von Gütern angeboten, sondern auch als Möglichkeit für Personen, von A nach B zu gelangen. Ein solches Kanu mit Hilfe von primitivem Werkzeug herzustellen ist wahrlich eine Kunst, die die Indianer an die Franzosen weitergegeben haben. Nach Jahren des Lernens waren sie in der Lage, die Canots de maitre selbst zu bauen.